Warum „SinnWerkstatt“?

„Wenn Du ein Schiff bauen willst, so trommle nicht Männer und Frauen zusammen, um Holz zu beschaffen, Aufgaben zu verteilen und Werkzeuge vorzubereiten, sondern lehre die Männer und Frauen die Sehnsucht nach dem endlosen, weiten Meer.“
– Antoine de Saint-Exupéry

Bild: Privat

Dieses Bild beschreibt sehr treffend, was mich in meinem beruflichen Leben immer wieder beschäftigt hat und was heute hinter dem Namen CPS Sinnwerkstatt steht.

Ein Schiff entsteht nicht ohne Holz, nicht ohne Werkzeug, nicht ohne klare Aufgaben und nicht ohne Menschen, die anpacken. All das ist unverzichtbar. Aber damit aus vielen einzelnen Tätigkeiten ein gemeinsames Werk wird, braucht es noch etwas anderes: eine Vorstellung davon, wohin die Reise gehen soll und warum es sich lohnt, aufzubrechen.

Genau darin liegt für mich die Verbindung von Sinn und Werkstatt. Der Sinn gibt Orientierung, schafft Motivation und verbindet einzelne Aufgaben mit einem größeren Ganzen. Die Werkstatt ist der Ort, an dem aus dieser Orientierung konkretes Handeln wird: wo Menschen zusammenkommen, unterschiedliche Perspektiven einbringen, miteinander arbeiten, ausprobieren, verändern und schließlich etwas schaffen, das trägt.

Beides gehört zusammen. Denn die Sehnsucht nach dem Meer allein baut noch kein Schiff. Aber Holz zu beschaffen, Aufgaben zu verteilen und Werkzeuge bereitzulegen, ohne zu wissen, wohin die Reise eigentlich gehen soll, reicht ebenso wenig.

Warum Sinn?

In meinem langjährigen beruflichen Leben habe ich in ganz unterschiedlichen Bereichen Verantwortung getragen und vielfältigste Herausforderungen gestaltet. Als Oberbürgermeisterin der Stadt Bruchsal über 16 Jahre hinweg, zuvor als Bürgermeisterin in Ettlingen, in leitenden Funktionen innerhalb der Verwaltung, als ehemalige Kriminalbeamtin beim Landeskriminalamt im Bereich Wirtschaftskriminalität, durch meine Tätigkeit im Sparkassenbereich sowie durch mein langjähriges gesellschaftliches, kirchliches und spirituelles Engagement durfte ich sehr unterschiedliche Perspektiven kennenlernen und umfassende Erfahrungen sammeln.)

Bei allen Unterschieden dieser Aufgaben und Verantwortungsbereiche hat sich für mich immer wieder gezeigt, dass tragfähige und nachhaltige Lösungen dort entstehen, wo Herausforderungen nicht nur aus einer Perspektive betrachtet werden, sondern wo unterschiedliche Sichtweisen zusammengeführt werden und sich sinnvoll ergänzen.

Genau hier begegnet mir der Gedanke Saint-Exupérys wieder. Denn die gemeinsame „Sehnsucht nach dem Meer“ bedeutet für mich nicht, Unterschiede aufzulösen oder allen Beteiligten dieselbe Sichtweise vorzugeben. Im Gegenteil: Ein Schiff braucht Menschen mit unterschiedlichen Fähigkeiten, Aufgaben und Verantwortlichkeiten. Entscheidend ist, dass sie verstehen, wofür ihr jeweiliger Beitrag gebraucht wird, wie er mit den Beiträgen anderer zusammenhängt und welches gemeinsame Ziel daraus entstehen kann.

In meiner beruflichen Praxis war es deshalb immer notwendig, interdisziplinär zu denken und zu handeln. Ich habe erlebt, wie wichtig es ist, die unterschiedlichen Interessen, Rollen und Verantwortlichkeiten der beteiligten Akteurinnen und Akteure zu verstehen und diese in einen konstruktiven Prozess einzubringen. Denn häufig scheitern Entwicklungen nicht daran, dass es keine Lösungsansätze gäbe, sondern daran, dass Perspektiven nebeneinanderstehen oder sich aus ganz unterschiedlichen Gründen gegenseitig blockieren, anstatt gemeinsam zu einem besseren Ergebnis zu führen.

Ich bin überzeugt, dass eine meiner besonderen Fähigkeiten genau darin liegt, diese unterschiedlichen Sichtweisen gewinnbringend zusammenzuführen. Dort, wo verschiedene Erfahrungen, unterschiedliche Verantwortungsbereiche und unterschiedliche Lösungsansätze sinnvoll miteinander verbunden werden, entstehen Ergebnisse, die qualitativ deutlich stärker sind als isolierte Einzelansätze. Oder, um es mit einem einfachen Bild zu sagen: Manchmal wird aus eins und eins tatsächlich drei.

Dabei geht es nicht darum, Unterschiede zu überdecken. Gerade unterschiedliche Interessen können produktiv sein, wenn es gelingt, sie miteinander ins Gespräch zu bringen und einen gemeinsamen Bezugspunkt zu schaffen. Wie beim Bau eines Schiffes müssen nicht alle dasselbe tun. Aber alle sollten wissen, weshalb ihr Beitrag wichtig ist und wohin die gemeinsame Reise führen soll.

Ebenso wichtig ist mir deshalb die Frage nach Verantwortung und Sinnhaftigkeit im eigenen Handeln. Ganz gleich, ob es sich um eine Oberbürgermeisterin, einen Geschäftsführer, eine Sachbearbeiterin, einen Handwerksmeister oder eine Führungskraft handelt – jede und jeder braucht Klarheit über den eigenen Verantwortungsbereich und darüber, wie dieser sinnvoll gestaltet werden kann.

Denn meine Erfahrung ist: Menschen arbeiten nachhaltiger, motivierter und zufriedener, wenn sie in ihrem Tun Sinn erkennen. Wenn deutlich wird, warum eine Aufgabe wichtig ist, welchen Beitrag sie zum größeren Ganzen leistet und wie das eigene Handeln Wirkung entfaltet, entstehen nicht nur funktionierende Prozesse, sondern Prozesse, die auch für die Beteiligten selbst sinnstiftend sind.

Die „Sehnsucht nach dem endlosen, weiten Meer“ steht für mich deshalb sinnbildlich für etwas sehr Konkretes: Menschen brauchen eine Vorstellung davon, wofür sie Verantwortung übernehmen. Organisationen brauchen eine Richtung. Veränderungsprozesse brauchen ein gemeinsames Verständnis davon, was erreicht werden soll. Erst daraus kann die Kraft entstehen, auch schwierige oder langwierige Wege gemeinsam zu gehen.

Aus genau dieser Überzeugung heraus trägt meine Arbeit den Begriff „Sinn“ im Namen. Denn es geht mir nicht nur darum, Lösungen zu entwickeln, sondern Orientierung zu geben, Zusammenhänge sichtbar zu machen und Menschen, Organisationen, Unternehmen und Institutionen dabei zu unterstützen, tragfähige Wege zu finden, die nicht nur funktionieren, sondern als sinnvoll erlebt werden.

Zugleich ist es mir ein persönliches Anliegen, die Erfahrungen, die ich in meinem beruflichen und gesellschaftlichen Leben sammeln durfte, in einer Weise weiterzugeben, die für andere hilfreich und wirksam ist. Auch darin liegt für mich Sinn.

Warum Werkstatt?

Doch das Zitat hat für mich noch eine zweite Herausforderung. Denn so wichtig die Sehnsucht nach dem Meer ist: Irgendwann muss das Schiff gebaut werden.

Es braucht Menschen, die Verantwortung übernehmen. Es braucht Wissen und Erfahrung. Es braucht Werkzeuge. Es braucht Entscheidungen. Es braucht die Bereitschaft, anzufangen, etwas auszuprobieren, Fehler zu erkennen, nachzujustieren und weiterzuarbeiten – und mutig voran zu gehen!

Und genau deshalb heißt es SinnWerkstatt.

Der Begriff Werkstatt beschreibt sehr genau, wie ich Prozesse, Entwicklung und Zusammenarbeit verstehe.

Eine Werkstatt ist für mich kein Ort fertiger Antworten und keine Bühne für einfache Patentlösungen. Eine Werkstatt ist ein Raum, in dem gearbeitet wird. Ein Raum, in dem nachgedacht, geprüft, entwickelt, verworfen, neu angesetzt und gemeinsam an tragfähigen Lösungen gearbeitet wird.

Die Herausforderungen, mit denen Führungskräfte, Organisationen, Unternehmen oder Kommunen heute konfrontiert sind, sind in den unterschiedlichsten Facetten komplex. Sie lassen sich selten mit einfachen Standardantworten oder nur mit KI lösen. Vielmehr braucht es die Bereitschaft, Prozesse ernsthaft zu betrachten, unterschiedliche Perspektiven einzubeziehen und gemeinsam tragfähige Wege zu entwickeln – und durchzusetzen!

Gerade deshalb gefällt mir das Bild der Werkstatt. Wer eine Werkstatt betritt, erwartet nicht, dass dort bereits alles fertig ist. Dort liegen Materialien, Erfahrungen, Ideen und Werkzeuge bereit. Dort wird miteinander gesprochen und miteinander gearbeitet. Manches gelingt beim ersten Versuch, anderes muss verändert werden. Manches, das zunächst richtig erscheint, erweist sich im Prozess als nicht tragfähig. Dann muss neu angesetzt und umgesetzt werden.

Das ist für mich keine Schwäche eines Entwicklungsprozesses, sondern seine Stärke.

Dabei ist mir wichtig, dass Entwicklung niemals als abgeschlossener Zustand verstanden wird. Prozesse bleiben in Bewegung. Rahmenbedingungen verändern sich. Neue Herausforderungen entstehen. Manche Lösungen müssen weiterentwickelt werden, andere neu gedacht. In diesem Sinne bleibt jede Arbeit immer auch ein Stück weit unvollkommen – und genau darin liegt ihre Lebendigkeit.

Der Begriff Werkstatt steht für mich aber auch ganz bewusst für das konkrete Arbeiten. Für das Anpacken. Für die Bereitschaft, sich auch schwierigen Fragestellungen nicht nur theoretisch zu nähern, sondern sich ernsthaft mit ihnen auseinanderzusetzen und gemeinsam an Lösungen zu arbeiten.

Es geht darum, die Ärmel hochzukrempeln und Verantwortung aktiv zu gestalten.

Der Werkzeugkoffer

Und zu einer Werkstatt gehört ein guter Werkzeugkoffer.

Ich bringe dabei nicht für jede Herausforderung dasselbe Werkzeug mit. Menschen, Unternehmen, Verwaltungen und Organisationen sind unterschiedlich. Deshalb geht es zunächst darum, genau hinzuschauen: Was wird gebraucht? Wo liegen die eigentlichen Herausforderungen? Welche Fähigkeiten, Erfahrungen und Perspektiven können in der jeweiligen Situation hilfreich sein?

Mein eigener Werkzeugkoffer (Link zum Lebenslauf) ist in vielen Jahren beruflicher und gesellschaftlicher Verantwortung gewachsen. Dazu gehören unter anderem:

  • strategische Führung und Organisationsentwicklung
  • langjährige Personalführung und Personalentwicklung
  • Kommunalmanagement und Erfahrung in der öffentlichen Verwaltung
  • Wirtschafts- und Finanzkompetenz
  • Kenntnisse in den Bereichen Wirtschaftskriminalität, Risikoanalyse und Compliance
  • Aufsichtsrats- und Gremienkompetenz
  • strategische Steuerung kommunaler Unternehmen
  • Krisen- und Veränderungsmanagement
  • Konfliktmanagement und Vermittlung
  • Verhandlungs- und Kommunikationskompetenz
  • politisches und gesellschaftliches Stakeholdermanagement
  • Netzwerkbildung und Zusammenarbeit mit sehr unterschiedlichen Akteuren
  • Projekt- und Prozessmanagement
  • Entscheidungsstärke und Verantwortungsübernahme
  • Erfahrung in gesellschaftlichen, sozialen und entwicklungspolitischen Zusammenhängen

Dabei verstehe ich meine Rolle nicht als diejenige, die mit einem fertigen Bauplan in eine Organisation kommt und anderen erklärt, wie ihr Schiff auszusehen hat. Vielmehr möchte ich meine Erfahrungen, meine unterschiedlichen beruflichen Perspektiven und meinen Blick auf Zusammenhänge einbringen, um gemeinsam mit den Beteiligten herauszuarbeiten, wohin das Schiff fahren soll, welches Schiff dafür gebraucht wird und was notwendig ist, damit es tatsächlich seetüchtig wird.

Eine Werkstatt lebt dabei von den Menschen, die in ihr zusammenkommen. Von ihren unterschiedlichen Erfahrungen, ihrem Wissen, ihren Interessen und manchmal auch von ihren unterschiedlichen Vorstellungen. Meine Aufgabe sehe ich darin, dafür einen Raum zu schaffen, diese Perspektiven zusammenzuführen, Zusammenhänge sichtbar zu machen und daraus konkrete Handlungsmöglichkeiten entstehen zu lassen.

Ich bringe dafür Erfahrung, einen gut gefüllten Werkzeugkoffer und – wo nötig – auch das passende Werkzeug mit. Gebaut wird aber gemeinsam.

Das ist Werkstatt für mich: nicht Veränderung von außen verordnen, sondern Veränderung gemeinsam möglich machen.